Stockerhof Naichen / Ausstellung "Schwein Kram"

Ausstellungsflyer
Ausstellungsflyer

Der Stockerhof in Naichen bei Neuburg an der Kammel, ein Museum des Bezirks Schwaben, zeigt noch bis zum 8. November eine Ausstellung, die es in sich hat. Als ich in der Vorankündigung den Titel gelesen habe, stellten sich mir einige Fragen. Nämlich, was diese Ausstellung wohl zeigen würde, was man zu diesem Thema zusammentragen kann. Schweinkram, darunter kann man recht viel verstehen....
Anläßlich einer Dichterlesung von Luis Walter, einem Krumbacher Mundartdichter, habe ich den Stockerhof besucht.
Die Führung durch diesen "Schweinkram" hat mich dann äußerst überrascht. Wenn man das Wort Schwein hört, kann man sich momentan gar nicht vorstellen, in wie vielen Dingen das Schwein verborgen ist. Es fängt vor allem bei unsrem Speiseplan an, dann kleiden wir uns mit Schweinehäuten und benutzen auch viele Accessoires, zu denen die Schweinshaut Lieferant ist : Taschen, Koffer, Schuhe und weitere Dinge aus Schweinsleder.
In der Medizin treffen wir das Schwein ebenfalls an. Die biologischen Herzklappen zum Einpflanzen kommen vom Schwein. Schweinefett wurde zu vielen alten Haus- bzw. Heilmittelchen verwendet.
Für Gelatine, Leim, Gummibärchen, Bürsten, Pinsel und so viele andere Dinge ist das Schwein der Lieferant. Die Schweinsblase mußte früher für Fußbälle herhalten.
Das Schwein wurde Modell für Spardosen , wurde zum Glückssymbol und ist in Plastik, Glas ,Steingut und Porzellan verewigt worden.
Für mich war es umwerfend, wie breit sich das Schwein in unsrem Leben macht.
Luis Walter, der Krumbacher Mundartdichter zeigte dann in seinen Werken, wie häufig sich das Schwein auch in unsrem Sprachgebrauch rumtreibt. Wir reden von Sauglück,Schwein gehabt, Drecksau, Schweinehund, saumäßig, um nur ein paar Ausdrücke anzuführen. Die netten Gegebenheiten rund ums Schwein las Luis Walter in allen Facetten aus seinen Werken. Er hat sich nach eigenen Worten "saumäßig" Gedanken um das Schwein gemacht und brachte damit eine Bereicherung der Ausstellung.
Leider ist es mit dem "Schweinkram" bald zu Ende, die Ausstellung läuft nur noch zwei Sonntage, aber in meinen Augen ist sie durchaus sehenswert !

 

   

Hammerschmiede in Naichen

 

Hammerschmiede und Stockerhof gehören zusammen, sie sind Werk-und Wohngebäude der einstigen Betreiber. Erbaut wurde die Hammerschmiede 1839.

 

 

1922 brannte das Schmiedegebäude nieder und wurde anschließend moderner wieder aufgebaut.
Die Maschinen zur Herstellung von geschmiedeten Werkzeugen und Gerätschaften werden von einer wasserkraftgetriebenen Turbine angetrieben.
Der letzte dort ansässige Schmied, Serafin Stocker arbeitete bis 1980 mit dieser Technik .

 

 

Die Situation , die das heutige Museum darbietet, entspricht in etwa den mittleren 70-er Jahren.
Über den Werkräumen befindet sich die ehemalige Wohnung der Familie Stocker in originaler Ausstattung. Sie hat bei mir persönlich viele nostalgische Erinnerungen geweckt, denn ich habe diesen Einrichtungsstil noch erlebt.
Geöffnet ist das schmucke Museum vom ersten Sonntag nach Ostern bis einschließlich erster Sonntag im November.